„Versteckt unter der Erde – Die Überlebensgeschichte der Familie Kasten“

Landsberg, Dachau und München: Buchvorstellung und Gespräch mit Dina Dor-Kasten

Gerade haben wir den lieben Max Mannheimer verabschiedet, ein Zeitzeuge der Shoah, der in Deutschland blieb und sich unermüdlich und über Jahrzehnte für den Gedankenaustausch mit der jungen Generation einsetzte. Nun ist es an uns, die Erinnerung immer wieder wach zu halten und die Verantwortung zu übernehmen, damit sich dieses Grauen nicht wiederholt, nicht in Deutschland oder in Europa, nirgendwo.

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Der Schleier und die Kunst. Eine Reise mit Haifaa Al Mansour

Die saudi-arabische Filmemacherin Haifaa Al Mansour war zu Gast beim „White Ravens Festival“ in München und ging von dort auf Lesereise an bayerische Schulen. MIt dem ersten in Saudi-Arabien gedrehten Spielfilm vor zwei Jahren hat sie weltweit Aufsehen erregt.

Ich durfte sie als ihre deutsche Stimme begleiten und sie portraitieren. Hier der Link zum Podcast der Sendung vom 24. Juli 2016:

Kulturjournal Bayern 2

Mit einem ganz herzlichen Dank an Jutta Reusch von der Internationalen Jugendbibliothek, die als Reiseleiterin und Moderatorin für gute Laune gesorgt hat, und an Eva Demmelhuber für die aufwändige Produktion: so waren wir ganz aktuell mit einer einzigartigen Frau im letzten Kulturjournal vor der Sommerpause dabei.

Am Samstag, den 1. Oktober 2016, erhält Haifaa Al Mansour in Freiburg den  6. Kant-Weltbürger-Preis gemeinsam mit dem iranischen Filmregisseur Jafar Panahi.

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„Unsere“ Flüchtlinge

In München kamen in den vergangenen zwei Jahren etwa 7000 alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge an. Sie heißen Musa, Alieu, Ousman, Mohammad, Jemar, Anar oder Luis und kommen aus Westafrika oder Afghanistan, Eritrea oder Syrien. Viele reisten weiter an andere Orte, manche von ihnen zogen in Einrichtungen auf dem Land. Mit einer Gruppe von Münchner Geflüchteten sind wir inzwischen befreundet und haben ihre Entwicklung in unserer Stadt miterlebt, von Anfang an. Die zwei jungen Männer aus Gambia, von denen ich hier erzähle, sind inzwischen Teil unserer (Groß-)Familie geworden. Was haben sie bisher erlebt? Der nachfolgende Artikel erschien kürzlich in der Zeitschrift „Monte-Info“ für Eltern, Lehrer und Kinder aller Jahrgangsstufen der Montessori-Schule im Olympiapark. (Namen v. d. R. geändert)

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„Jessas, da kimmt noch oans“ – Katia Mann in Feldafing

So sitze ich denn in einem abgelegten Kleid von Katja, von unten dringen die Klänge von Wagner-Musik, die Klaus dem Klavier entlockt, zu mir, auf dem Nebenbalkon links nimmt die hübsche lungenkranke Griechin italienische Stunde und rechts hustet der Regierungsrat aus Kassel.

schreibt Hedwig Pringsheim an Maximilian Harden im August 1912. Es ist der erste einer Reihe von Briefen von Katia Manns Mutter und sie bilden den Auftakt  zu einer unterhaltsamen Reihe neu edierter Briefe Katia Manns aus dem Schweizer Sanatorium, den sogenannten Rehherz-Briefen. Ein weiterer Abend mit Dirk Heisserer um die Frauen der Familie Mann, und auch diesmal steht Katia Mann im Mittelpunkt:

Freitag, 29. Juli Sommerfest des Thomas-Mann-Forums
ab 18.00 Uhr Empfang auf der Terrasse des Hotels Elisabeth in Feldafing,
19.00 Uhr „Jessas, da kimmt noch oans“ –
Katia Mann und die Ihren in Feldafing

Lesung aus ihren Memoiren und aus den Rehherz-Briefen
mit Julia Cortis und Dirk Heißerer.

Katharina Pringsheim kam am 24. Juli 1883 in Feldafing in einer Dependance des Hotels Kaiserin Elisabeth als unerwarteter Zwilling zur Welt. Wir nehmen dieses Ereignis zum Anlass, in einer zweiten Lesung aus den Rehherz-Briefen die familiären Aspekte in den neu aufgefundenen Briefen hervorzuheben. Die Neuausgabe der Rehherz-Briefe soll zum Sommerfest vorliegen und stammt von Inge Jens und Dirk Heißerer.

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Auer Dult

Januar 1984. Die gelbe Reihenhaushälfte in Trudering liegt noch im Dunkeln. Die Mutter im blauen Bademantel schmiert Stullen um 5 Uhr morgens, der 10jährigen Tochter ist schlecht, das eklige Orangengelee verursacht Morgenübelkeit zu einer Zeit, wo noch kein Mensch Hunger haben kann, und in der kalten Küche im Haus am Waldrand scheint die Zeit stehengeblieben. Es ist Skikurs-Zeit, organisiert vom Stadtjugendamt. Fünf Tage in den Weihnachtsferien und mit einer Horde fremder, lauter Kinder zum Sudelfeld. Deshalb also jetzt in den Skianzug und in all der Unfreundlichkeit raus zum Auto, damit in die Stadt gebraust, zum Skibus. Abfahrt ist um 6 Uhr vom Mariahilfplatz.

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Liebes Rehherz

Katia Mann schrieb an ihren Ehemann Thomas in den Jahren 1920 bis 1950 zahlreiche Briefe, die 2008 erstmal veröffentlicht wurden und nun ergänzt sind durch 16 bislang unbekannte Briefe.

Am Dienstag, 19.4.2016, 20.00 Uhr lese ich in der Bibliothek des Münchner Literaturhauses aus der – bisweilen sehr unterhaltsamen – Neuedition von Katia Manns Korrespondenz aus dem Sanatorium, gemeinsam mit Dirk Heißerer.

Deutscher Sommer

Ein Artikel, den ich im vergangenen August für das SZ Magazin geschrieben habe. Der Sommer 2016 wird zeigen, was sich verändert hat seither.

Neulich am See bei 35 Grad im Schatten. Vor dem Wirtshaus am Steg parken wie immer die Schwergewichte aus München: ein dicker BMW, ein Mercedes und vor allem die dick bereiften Geländewagen. Eis ist heute ganz dringend angesagt, und das gibt es ein paar Meter vor dem Wirtshaus, beim kleinen Ladenkiosk. Davor stehen drei Tische, ein Pärchen um die vierzig sitzt, trinkt Kaffee und beobachtet die Passanten.

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