„To Obama“ – Briefe an Obama

Live-Lesung mit Julia Cortis und Christian Baumann am 2.10.19 um 20 Uhr im Literaturhaus München.

Acht Jahre lang war Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten. In seiner Amtszeit erhielt er jeden Tag zehntausend Briefe aus der Bevölkerung. Bevor er zu Bett ging, las er zehn dieser Briefe – sorgsam ausgewählt von seiner Korrespondenzabteilung. „To Obama. With love, joy, hate and dispair“ lautet der Titel der jetzt auf deutsch erschienenen umfassenden Recherche von Jeanne Marie Laskas.

Die US-amerikanische Autorin und Professorin hat nicht nur Barack Obama interviewt, sondern auch die Briefeschreiber und das Personal des Weißen Hauses, das Tag für Tag die Ängste, Nöte, Sorgen der Bürger las, ihre Hassbotschaften ebenso aushielt wie von erschütternden persönlichen Geschichten oder Dankbarkeitsbriefen berührt wurde. Die Autorin schildert nüchtern und doch empathisch, was die Briefeschreiber dazu bewegte, sich persönlich an Obama zu wenden, und was seine persönliche Antwort bei ihnen bewirkt hat.

Julia Cortis und Christian Baumann auf der Bühne des Münchner Literaturhauses, im Hintergrund ein übergroßes Portrait von Michelle Obama als Projektion.
Foto: Luana Cortis

Das wunderbar edierte Buch wirft ein gutes Bild auf Obamas Amtsführung, zugleich betont es den Stellenwert von Empathie und Wertschätzung im heutigen Amerika. Fast intim wirkt die Beziehung zwischen dem Präsidenten und der amerikanischen Bevölkerung. Es war mir eine große Freude, in der deutschen Hörbuchausgabe „Briefe an Obama – Das Portrait einer Nation“ – erschienen im Hörverlag – der Journalistin Jeanne Marie Laskas meine Stimme zu geben. So konnte ich nicht nur mit Erstaunen erleben, wie wertschätzend mit dem Einzelnen im riesigen Apparat des Weißen Hauses umgegangen wurde, mir wurde wieder einmal bewusst, wie wertvoll jeder einzelne handgeschriebene Brief für den Schreiber und den Empfänger gleichermaßen ist. Barack Obama mag als Präsident Fehler gemacht haben – mit seiner Kultur der Empathie im Umgang mit den Menschen in seiner Umgebung und der Offenheit für die Anliegen der Amerikaner bewies er, dass Einfühlungsvermögen auch im mächtigsten Amt möglich ist.

Unter dem Titel „Hope, Never Fear“ ist ein Fotobuch von Callie Shell erschienen, die die Familie Obama jahrelang begleitete. Mit ihren Bildern und den Stimmen von Briefschreibern aus „Briefe an Obama. Das Portrait einer Nation“ stellen wir an diesem Abend Buch, Hörbuch und Fotobuch vor – deutschlandweit zum ersten (und einzigen) Mal.

Fotos: Julia Cortis

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