Shakespeare PUR!

Die Liebessonette – The Sonnets –

zum letzten Mal in diesem Shakespeare-Jahr 2016 – rezitiert und durchlitten in englischer und deutscher Sprache
mit Musik der Renaissance auf der Drehleier von Stefan Straubinger

am Sonntag, 18. Dezember 2016, 20 Uhr im Theater Heppel und Ettlich in der Feilitzstraße!

Was für Deutschland Goethe und für Spanien Cervantes, das ist William Shakespeare für England: Nationaldichter, größter Schriftsteller und Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Er soll am 23. April 1616 in Stratford-on-Avon gestorben sein, mit 52 Jahren. Ob seine Sonette, 154 insgesamt, auch wirklich aus seiner Feder stammen, wird unter manchen Kennern immer noch bestritten – weil nicht klar ist, wer der Lyriker Shakespeare eigentlich war: der Sohn eines Handschuhmachers, William, oder der 17. Earl of Oxford, Edward de Vere.

Die erste Ausgabe der Sonette erschien 1609 und ihre Entdeckung und Würdigung als literarische Meisterwerke ließ lange auf sich warten. Erst im neunzehnten Jahrhundert entdeckten die Romantiker Shakespeares Sonette neu – während das Sonettschreiben, das „sonneteering“, in der elisabethanischen Zeit sehr in Mode war. Das Besondere an ihnen ist nicht nur, dass sie aus der literarischen Meisterhand eines Dramatikers stammen und sich auch so lesen. Vielmehr ähnelt jedes Sonnett einem dramatischen Sprechakt, wurde also fürs Sprechen geschrieben. Und so kann der Hörer eintauchen in die unterschiedlichsten Gefühlslagen und Stimmungen eines englischen Dichters, der uns mit den großen Themen des Lebens und Liebens begegnet: Lebenszeit, Liebesverrat und die Ewigkeit. Nichts weniger als all das.

Betörend im englischen Originalklang und zugleich leichtfüßig in der deutschen Übersetzung von Christa Schuenke spricht und durchlebt Julia Cortis eine Auswahl der Sonette in Begleitung von Stefan Straubinger und seiner Musik auf der Drehleier. Ein Abend ohne literaturwissenschaftliche Ergüsse und  erklärungswütige Einordnungen – dafür mit viel Klang von Stimme und Musik.

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How oft when thou, my music, music play’st,

Upon that blessed wood whose motion sounds

With thy sweet fingers when thou gently sway’st

The wiry concord that mine ear confounds,

Do I envy those jacks that nimble leap,

To kiss the tender inward of thy hand,

Whilst my poor lips which should that harvest reap,

At the wood’s boldness by thee blushing stand!

 

In der deutschen Übersetzung von Christa Schuenke endet dieses Sonett mit den Worten:

Für solchen Kitzel tauschte gern den Ort

mein Lippenpaar mit jener Tastatur,

denn zärtlich wandern deine Finger dort,

ziehn totes Holz lebendigen Lippen vor.

Doch wenn die Springer schon belohnt sein müssen,

lass sie die Finger, mich den Mund dir küssen.

 

Kommen Sie. Hören Sie.

 

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